krafttraining für radfahrer

Krafttraining für Radfahrer

Wie für viele andere Sportarten, in denen die Ausdauerleistungsfähigkeit überwiegt, stellt auch Krafttraining für Radfahrer eine wichtige Leistungsreserve dar. Oftmals wird das Krafttraining im Radsport aber vernachlässigt oder unwissentlich falsch trainiert.

 

 

Geschichte des Fahrrades

1817 wurde in Frankreich die erste Laufmaschine von Karl Drais patentiert. Von der Laufmaschine bis zum Fahrrad, wie wir es heute kennen, war es ein langer Weg.

Die wichtigsten Erfindungen in der Entwicklung waren u.a. die Tretkurbeln durch Michaux (1862), die Kette durch Starley (1885) sowie die Bereifung durch Dunlop (1888). Von Anfang des 19. Jahrhunderts an entwickelte sich danach das Fahrrad zum Massenverkehrsmittel.

Mobilisierungsübungen eignen sich sehr gut um den Körper auf eine sportliche Belastung wie z.B. Radfahren vorzubereiten. Dadurch können Beschwerden vermindert werden.

Kostenlose Übungsvideos >>>

Radfahren zur Förderung der Gesundheit

Heutzutage findet das Fahrrad in sehr vielen Bereichen des Alltags Anwendung. Häufig ist es ein sehr beliebtes Fortbewegungsmittel bei Jung und Alt, das vor allem in den Frühlings-, Sommer- und Herbstmonaten gerne genutzt wird, um z.B. den Weg zur Arbeit und zurück zu erledigen.

Das schont nicht nur die Umwelt und spart Geld, sondern durch die körperliche Aktivität wird zusätzlich die Gesundheit gefördert.

So werden z.B. durch die asymmetrische Bewegung beim Treten die tiefen Rückenmuskeln aktiviert, was zur Linderung von Rückenschmerzen führen kann. Durch die tägliche Runde auf dem Fahrrad können weiters das Herz und die Gefäßsysteme gestärkt werden. Dabei werden vor allem die Gelenke geschont.

Richtige Auswahl beim Kauf

Jedoch sollte ein Fahrrad individuell auf einen angepasst sein. Das bedeutet, dass man schon beim Kauf auf die geeignete Rahmenhöhe achten sollte und eine geeignete Sitzposition findet. Ansonsten können sowohl Probleme mit der Muskulatur in Form von Verspannungen, unter anderem im Nackenbereich, sowie mit den Gelenken die Folge sein. Um die optimale Sitzposition auf einem Fahrrad zu finden, ist es ratsam, einen Fachmann zu kontaktieren, der die Einstellungen vornimmt.

 

Radfahren als Wettkampfsport

Doch nicht nur im Gesundheitssport erfreut sich das Fahrradfahren einer großen Beliebtheit. Genauso verhält es sich im Bezug zum Wettkampfsport. Die Bandbreite erstreckt sich vom Straßenrennsport über Triathlon, Bahnradsport, Mountainbike, Querfeldein (Cross), BMX bis hin zu Trial und Hallenradsport.

Im Wettkampf ist vor allem ist die Ausdauer am meisten gefordert. Dies ist grundsätzlich einem Jeden bekannt. Wesentlich anders sieht es im Bezug zur Muskelkraft aus. Diese bildet neben der Ausdauer nämlich den zweitwichtigsten leistungsbestimmenden Faktor.

Situationen wie Zwischensprints, Angriffe am Berg und in der Ebene sowie Zielsprints erfordern eine gut entwickelte Kraftfähigkeit. Deshalb sollte ein Krafttraining für Radfahrer fester Bestandteil im Training sein. Ein gutes Niveau an Kraft kann daher über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Krafttraining für Radfahrer als Prävention

Ein positiver Nebeneffekt eines Krafttrainings für Radfahrer liegt darin, dass die passiven Strukturen wie z.B. Bänder, Sehnen und Knochen gestärkt werden.

In Disziplinen wie dem Mountainbiken können sehr hohe Belastungen auf den Bewegungsapparat wirken. Eine gut ausgebildete Muskulatur kann vor zu hohen Belastungen schützen und somit das Risiko von Abnützungen sowie in weiterer Folge von Verletzungen minimieren.

Im langfristigen Leistungsaufbau von Kindern und Jugendlichen sollte ein Krafttraining fester Bestandteil des Trainingsplans sein.

Krafttraining für Radfahrer als Leistungsreserve

Ebenso wie für viele andere Sportarten, in denen die Ausdauerleistungsfähigkeit überwiegt, stellt auch Krafttraining für Radfahrer eine wichtige Leistungsreserve dar. Oftmals wird aber das Krafttraining im Radsport vernachlässigt oder unwissentlich falsch trainiert.

Viele Frauen haben Angst durch Krafttraining zu viel Muskelmasse aufzubauen.

In vielen Literaturstellen und auch in der Praxis werden als Krafttraining für Radsportler oftmals Berganfahrten zur Steigerung der Kraftausdauer sowie kurze Antritte und Intervalle mit großen Übersetzungen zur Verbesserung der Maximal- und Schnellkraft angegeben und empfohlen.

Diese Empfehlungen sind aus trainingswissenschaftlicher Sicht äußerst kritisch zu betrachten.

Von einem Krafttraining spricht man, wenn die Übungen bzw. die Last dem Athleten mind. 50% des individuellen Kraftmaximus abverlangen. Nur Krafteinsätze oberhalb dieser Grenze produzieren ausreichende Trainingsreize.

Das bedeutet vereinfacht, wenn das Maximalkraftniveau eines Athleten bei der Kniebeuge bei 100kg liegt, müsste er mit mindestens 50kg diese Übung trainieren, um ausreichende Trainingsreize zu setzen.

Aus trainingswissenschaftlicher Sicht ist somit nicht zu erwarten, dass durch kurze Antritte und Intervalle mit großen Übersetzungen die Maximal und Schnellkraft verbessert wird, da der Krafteinsatz besonders für trainierte Sportler zu gering ist.

Ebenso verhält es sich, wenn es sich um die Entwicklung der Kraftausdauer handelt. Hier wird oftmals Berganfahren in Belastungszeiten zwischen ein paar Minuten und mehreren Stunden empfohlen.

Auch hier ist mit keiner Steigerung der Kraftausdauer zu rechnen, da einerseits der Krafteinsatz unter dem individuellen Kraftmaximum von 50% liegt sowie zum anderen, die Belastungsdauer in den meisten Fällen über 120 Sekunden und somit außerhalb des anaeroben Bereiches für eine krafttrainingsrelevante Anpassung liegt.

Aus trainingswissenschaftlicher Sicht stellt diese Art der Belastung vielmehr eine Entwicklung der Ausdauer als eine Entwicklung der Kraftausdauer dar.

Fazit

Ein effektives Krafttraining für Radfahrer zur Entwicklung der Muskelkraft kann nur durch den Einsatz von Hanteln und Krafttrainingsmaschinen unter Berücksichtigung von Trainingsprinzipien und der richtigen Trainingsmethoden erfolgen. Dadurch kann auch das Risiko von Verletzungen und Abnützungen deutlich reduziert werden.

 

Wenn dir der Artikel gefällt, kannst du ihn gerne auf Facebook teilen. Klicke einfach auf den Button unter diesem Text.

 

 

 

 

Training mit Verstand Newsletter

Melde dich kostenlos für den Newsletter an.

Als Dankeschön, kannst du dir ein Übungsprogramm herunterladen.

Deine Daten werden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben

 

About The Author

Bernd Marl

Neben meiner selbstständigen Tätigkeit als Sportwissenschafter bin ich Lehrbeauftragter für Sport und Bewegung sowie für Krafttraining und Physiologie. Gemeinsam mit Kollegen aus den Fachbereichen Sportwissenschaft und Sportphysiotherapie trainiere ich viele Menschen mit körperlichen Beschwerden, auf dem Weg zurück nach einer Verletzung sowie zur Prävention und Leistungssteigerung.

Facebook Kommentare

Leave A Response